Alles Shetty oder was?

Alles Shetty oder was?

Alles Shetty oder was?

Ich freue mich immer, wenn ein Shetland Pony den Weg in meinen Kundenkreis findet und es werden immer mehr – das „Shetty“ ist beliebt geworden. Zurecht, denn sie sind einfach knuffig, aber ihre Haltung ist schon anspruchsvoll, denn diese kleinen Zwerge sind in jeder Hinsicht etwas besonderes, sei es durch ihren Körperbau, ihren Stoffwechsel, mit allen daraus resultierenden Problemen oder ihre Nutzung.
Das Shetland Pony wurde Jahrhunderte lang auf den britischen Inseln sozusagen isoliert gezüchtet und auf besondere Merkmale selektiert. Dazu gehört einerseits ihre geringe Körpergröße und der niedrige Energiebedarf, was in ihrer kargen Heimat ein Vorteil ist und andererseits ihre Robustheit und Ausdauer, die sie zum Lastenträger, vorallem in der Kohleförderung prädestinierte.
Diese Tage sind zum Glück vorbei, aber die Eigenschaften sind geblieben, man in bei der Haltung von Shettys bedenken muss.

Da sie trotz ihrer Größe ungefähr das Doppelte ihres Gewichtes an Lasten ziehen können, sind es beliebte Kutschponys. Dadurch ergeben sich meist nicht die typischen „Reitpferde Probleme“ wie Satteldruck oder Blockaden der tragenden Muskulatur, es treten aber andere Schwachstellen in den Vordergrund, zb muskuläre Verspannungen durch unpassendes Fahrgeschirr oder Gelenksblockaden der Gliedmaßen. Dadurch, dass das Skelett von Shettys sozusagen „geschrumpft“ ist, ergeben sich oft Achsenabweichungen in den Gliedmaßen, zu sehen an leichter X- oder O-beiniger Stellung. Daraus resultiert auch, dass Shettys oft Probleme mit dem Knie bzw der Verlagerung der Kniescheibe nach außen haben. Bemerkbar macht sich das durch Strecken des gesamten betroffenen Beins, häufig beim Anlaufen, für einen Moment oder länger, je nachdem wie sehr die Kniescheibe „hakt“.
Shettys gelten außerdem als „leichtfuttrig“, das bezieht sich aber nur auf die Energiezufuhr insgesamt, keinesfalls auf den Mineralien- und Spurenelementbedarf. Dieser ist sogar eher höher als der Bedarf eines Großpferdes.

Es ist zwar richtig, die kleinen Gesellen im Heu und Gras zu rationieren, weil ihr Stoffwechsel sehr schnell Energie umsetzen kann, doch geht oft eine Mangelversorgung an wichtigen Spurenelementen damit einher, die zu Kotwasser, Stoffwechselproblemen wie Hufrehe oder Ekzem führen kann.
Eine bedarfsgerechte Mineralisierung ist deswegen ein Muss.
Bei „meinen“ Shettypatienten achte ich zudem besonders auf die richtige Hufstellung, um Folgeschäden wie Sehnenprobleme oder Huflederhautentzündungen zu vermeiden, grade wenn das Pony häufig auf verschiedenen Untergründen bewegt wird.
Da sie so robust und genügsam sind, lassen sich Shettys oft Probleme erst spät anmerken.
Ich empfehle deswegen, auch die Kleinen regelmäßig auf muskuläre Dysbalancen und Blockaden durchchecken zu lassen.
Die therapeutische Behandlung von Shettys findet bei mir dann auch häufig im Knien oder Sitzen statt. Das hat für mich aber nicht nur praktische Gründe, sondern ich möchte zb die Gliedmaßen der Kleinen nur in ihrem physiologischen Ausmaß bewegen und das heißt dann auch mal, dass ich nah am Boden behandele.

Wenn ihr euer Shetty professionell durchchecken lassen wollt, macht einfach einen Termin bei mir aus.

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