Die Krux mit der Muskulatur

Die Krux mit der Muskulatur

Die Krux mit der Muskulatur

Ich werde häufig von Pferdebesitzern angesprochen, weil ihr Pferd trotz Training keine „richtige“ Muskulatur aufbaut oder immer noch ungleich bemuskelt ist oder sich generell im Training schwer tut.
Natürlich muss da jeder Patient individuell betrachtet werden, aber oft kann man dann schon bei der Gangbildanalyse direkt sehen, dass es im anatomisch korrekten Bewegungsablauf „hakt“.
Als Therapeut spricht man gerne von Muskelketten, die funktionieren müssen – man kann keinen Muskel einzeln betrachten, denn die verschiedenen Muskeln greifen für einen flüssigen Bewegungsablauf wie Zahnräder ineinander. So sind alleine an der Bewegung der Vordergliedmaße mehr als 10 einzelne Muskeln beteiligt.
Für Reiter wichtig ist die Muskelkette „superficial back line“ also oberflächliche Rückenlinie, welche letztendlich definiert, wie „gut“ die sichtbare Rückenmuskulatur ist. Diese Muskel- und Faszienkette reicht vom Sprunggelenk über Hinterhand und Rücken bis zum Kopf. Wenn da ein „Zahnrad“ also Muskel nicht funktioniert, beschränkt es die Arbeit der anderen Muskeln und eine biomechanisch korrekte Bewegung ist nicht mehr möglich.
Was hat das für Folgen für das Pferd?
  • Erstmal natürlich müssen andere Muskeln „mehr arbeiten“ und es kommt zu Verspannungen und Muskelknoten.
  • Verkrampfe Muskulatur wird schlechter durchblutet und das Gewebe verklebt sich und wird unelastisch.
  • Der durch Verspannungen veränderte Bewegungsablauf belastet wiederum Gelenke und Wirbelsäule
  • Andere Muskelbereiche werden mehr belastet und es bildet sich Kompensationmuskulatur, oft zu sehen am Unterhals oder stark ausgeprägter Lenden- und Kniemuskulatur
  • Letztendlich können muskuläre Probleme zu Problemen der Knochen und Gelenke führen wie arthrotischen Veränderungen oder Gelenksentzündungen

Als Therapeutin ist es deswegen meine Aufgabe, das Zahnrad, das „hakt“ zu finden und zu behandeln, den Pferdebesitzern Übungen an die Hand zu geben und zu beraten, was an weiteren Maßnahmen sinnvoll ist.
Foto: Mein Eselchen mit meiner tollen Anatomiedecke, bei der die oberflächliche Muskulatur anschaulich zu sehen ist. Die Decke nutze ich als Dozentin gerne.

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