Alle Jahre wieder…das Anweiden

Alle Jahre wieder…das Anweiden

Alle Jahre wieder…das Anweiden

Bald beginnt die Weidesaison und die meisten Pferde werden schon fleißig angeweidet.
Nach dem langen Winter sind die meistens ganz wild auf frisches Gras.
Wenn man aber überlegt, dass die Grundnahrung der Pferde den Winter über aus Heu und Stroh bestand, kann man sich vorstellen, dass die Umstellung auf frisches Gras ein ganz schön komplizierter Vorgang für das Verdauungssystem bedeutet.
Während Heu und Stroh sehr rohfaserreich sind, ist der Rohfasergehalt des sich grade im Wuchs befindenden Weidegrases gering. Das bedeutet, die Magensäure muss das Gras anders aufschließen als Heu und Stroh.

Außerdem hat sich die Zusammensetzung der Wiesengräser in den letzten Jahren stark verändert. Hauptsächlich werden robuste trockenheitsresistente und winterharte Arten wie deutsches Weidelgras und Rotschwingel zur Nachsaat verwendet. Diese Sorten haben allerdings einen Nachteil: Sie gehen eine Symbiose mit sogenannten „Endophyten“ ein, das sind Pilze, deren Gift die Gräser vor übermäßigem Verbiss schützten. Als Gegenleistung versorgen die Pilze die Gräser mit Nährstoffen. Der empfindliche Verdauungstrakt der Pferde kann allerdings durch diese Toxine geschädigt werden. Symptome von Toxinbelastungen können Koliken, angelaufene Beine, Darmträgheiten, Juckreiz und Ekzem und nicht zuletzt Hufrehe sein. Um diese Toxine aus dem Körper zu schleusen, müssen Entgiftungsorgane wie Leber und Niere auf Hochtouren arbeiten. Da der Stoffwechsel und das Immunsystem insgesamt aber bei vielen Pferden am Ende des Winters durch Fellwechsel, Staubbelastung, Temperaturschwankungen und daraus resultierende eventuelle Infekte sowieso schon am Limit ist, muss in jedem Fall vorsichtig angeweidet werden.
Das Milieu von Bakterien im Darm welches hauptsächlich für die Zersetzung von Pflanzenbestandteilen verantwortlich ist, muss sich demnach langsam an die veränderte Nahrung anpassen.
Was dabei zu bedenken ist: Neben der Nährstoff-Aufnahme hat der Darm eine wichtige (wenn nicht sogar die wichtigste) Funktion in der Immunabwehr. Ein „angeschlagener“ Magen-Darm Trakt kann somit schädliche Einflüsse ( zb die eben genannten Endophyten, Parasiten, Bakterien) nicht mehr gut abwehren.
Die Folgen sind meistens nicht sofort sichtbar, können aber von Resorbtionsstörungen und daraus resultierender Mineralstoffmangel, Kotwasser, Parasitenbefall bis zu Stoffwechselstörungen führen. Eine „gesunde“ Darmflora braucht mindestens zwei bis drei Wochen, um sich an die veränderten Futterverhältnisse zu gewöhnen, wenn das Pferd schon Vorschädigungen hat, entsprechend länger.

In jedem Fall sollte schon vor dem Anweiden Stoffwechsel und Verdauungssystem optimal versorgt werden, vorallem mit Spurenelementen und Mineralien (in jungem Gras ist der Gehalt an Calcium und Magnesium zB relativ gering). Zudem sollten Leber und Niere in ihrer Funktion unterstützt werden, dafür eignen sich spezielle Kräutermischungen, aber auch Akupunktur und andere naturheilkundliche Therapien.
Insgesamt sollte vor jedem Anweiden ausreichend Heu gefüttert und die Zeiten langsam gesteigert werden. Wenn früh genug Stoffwechsel und Immunsystem gestärkt werden, kann man in vielen Fällen Folgeerkrankungen wie Sommerekzem, Strahlfäule, Magen- und Darmproblemen, Hufrehe und Huflederhautentzündung usw vorbeugen.
Wenn ihr unsicher seid, ob die Fütterung für euer Pferd passend ist, es Stoffwechselprobleme zeigt oder ihr einfach vorbeugen wollt, meldet euch gerne bei mir.
Ich betreue euch und eure Pferde ganzheitlich im Bereich Physiotherapie, Chiropraktik, Rehabilitation, Akupunktur nach TCM, Ernährung uvm.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Jetzt teilen