Vegane Ernährung bei Hund und Katze

Vegane Ernährung bei Hund und Katze

Vegane Ernährung bei Hund und Katze

Ich denke, spätestens nach der Vorstellung eines veganen Hundefutters in einer bekannten Fernsehsendung, kann man wohl nicht umhinkommen, sich mit dem Trend der veganen Ernährung bei Hund und Katze auseinanderzusetzen. Vegane Ernährung bedeutet, es werden nur pflanzliche Produkte bzw. Eiweißträger ohne tierische Produkte verfüttert. Ich als Ernährungstherapeutin und viele meiner Kollegen sehen diesen Trend etwas mit Sorge.
Bei der Verwendung ausschließlich pflanzlicher Rohstoffe ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Protein, aber auch Vitaminen, Mengen- und Spurenelementen deutlich schwieriger als bei einer Fütterung mit Fleischanteil.
Laut einer Studie der Vet-Med Uni München zur vegetarischen Fütterung von Hunden und Katzen (bei der vegetarischen Fütterung gibt es ja zumindest noch Eier als Proteinquelle) kam es zu ernährungsbedingten Unterversorgungen von Protein, der Kalzium- und Phosphorbedarf war nicht gedeckt oder das Verhältnis war nicht ausgeglichen, die Natriumzufuhr war nicht ausreichend und es kam zur Unterversorgung von wichtigen Spurenelementen wie Eisen, Zink, Kupfer und Iod. Vor allem Vitamin B12 und Vitamin D, die nur oder fast nur in tierischen Produkten vorkommen, fehlten in ausreichendem Maße. Bei Katzen kam noch ein Mangel an Vitamin A, Taurin und Arachidonsäure hinzu. Das hört sich ja erstmal nicht schlimm an, wenn hier und da ein paar Vitamine etc fehlen, aber auf die Körperfunktionen hat das großen Einfluss:

  • Proteinmangel führt zu Muskelabbau
  • Der Mangel an B-Vitaminen, Fettsäuren und Spurenelementen wie Zink kann zu Fell- und Hautproblemen führen
  • Taurinmangel kann zu Herz, Augen- und Fruchtbarkeitsstörungen führen (ein Zusammenhang von DCM=Diletative Cardiomyopathie, welche eine der häufigsten Krankheiten bei Hunden ist, und Taurinmangel ist wissenschaftlich bewiesen)
  • Mangel bzw Fehlversorgungen mit Calcium und Phosphor können zu Skeletterkrankungen führen oder diese begünstigen
  • Vitamin A, Vitamin D und Kupfer beeinflussen ebenfalls die Funktion des Skelettapparats
  • Spurenelementmangel und ein Mangel an Arachidonsäure können Fruchtbarkeitsstörungen bedingen
  • Unterversorgung mit Vitaminen und Spurenelementen schwächen das Immunsystem

Die Unterversorgung mit wichtigen Stoffen fand man zwar hauptsächlich bei selbst zusammengestellten Rationen, aber auch Fertigfutter konnten der Rationsüberprüfung nicht standhalten.
Bedingt durch die Ergebnisse komme ich zu dem Schluss, dass vegetarische/vegane Fütterung für Hunde im Wachstum, in der Trächtigkeit und Laktation überhaupt nicht geeignet ist. Eine vegane Ernährung ist auch für Katzen nicht empfehlenswert, weil sie durch ihren anderen Stoffwechsel einige Stoffe nicht in ausreichendem Maße selbst synthetisieren können (Vit. A und D z.B.) und die Kohlenhydratverträglichkeit deutlich begrenzt ist. Außerdem haben Katzen einen höheren Eiweißbedarf als Hunde.
Bei adulten gesunden Hunden ist eine vegane Fütterung aus meiner Sicht wegen den oben genannten Punkten zwar auch nicht empfehlenswert, aber machbar. Es bedarf aber einer genauen Rationsüberprüfung und einiges an Zusatzmittelchen, damit die Ration stimmt. Dabei sei auch zu erwähnen, dass bei einer Blutuntersuchung etwaige Mängel nicht unbedingt festgestellt werden können, da der Körper trotz Unterversorgung versucht, die Konzentration an den benötigten Stoffen konstant zu halten und dabei an seine „Reserven“ geht. So bleibt ein Mangel lange unsichtbar.
Bei einer Unverträglichkeit gegenüber verschiedenen Proteinquellen muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine vegane Ernährung vertretbar ist, allerdings habe ich noch keinen Fall gehabt, wo das nötig gewesen wäre, denn solche Unverträglichkeiten entstehen meist im Darm und wenn der Darm geheilt wird, können diese Proteine wieder aufgespalten werden.
Das einzige Pro-Argument für vegane Ernährung, was nicht so leicht widerlegt werden kann, ist aber sicherlich der Umweltaspekt, bzw. das nicht noch mehr Tiere für die Fleischproduktion sterben müssen. Das ist für jemanden wie mich, die selber kein Fleisch isst, natürlich eine nachvollziehbare Argumentation, nur wenn man sich intensiv mit der Herkunft des Fleisches in Hundefutter beschäftigt, weiß man, dass das verwendete Fleisch meistens sogenannte Abfallprodukte der Fleischerzeugung für den menschlichen Verzehr sind und deswegen in der Regel sowieso sozusagen „übrig“ sind. Dem entgegenzusetzen ist sicherlich auch, dass die Rohmaterialien von veganem Futter auch oft nicht umweltfreundlich angebaut werden oder wie bei Soja die Gentechnik eine Rolle spielt. In jedem Fall sollte sich der Hundebesitzer genau mit Fütterung auseinandersetzen, denn schließlich entscheidet dieser über die Ernährung seines Hundes, der, obwohl schon seit Jahrhunderten domestiziert und der menschlichen Umwelt angepasst, trotzdem immer noch hauptsächlich ein Carnivore = Fleischfresser ist.
Für mehr Informationen über die artgerechte Ernährung eurer Tiere, meldet euch einfach bei mir 

 

 

 

 

 

 

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