Wenn Tiere Kopfschmerzen haben

Wenn Tiere Kopfschmerzen haben

Wenn Tiere Kopfschmerzen haben

Ich erlebe häufig in meiner Praxis, dass mir Besitzer erzählen, ihr Hund oder ihre Katze verhalten sich irgendwie komisch, aber ohne dass sie eindeutige Schmerzanzeichen zeigen. Aber wenn man diese Tiere dann einem Tierarzt vorstellt, würde wohl kaum einer die Diagnose „Kopfschmerzen“ stellen.
Doch wenn man sieht, dass es beim Menschen über 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen gibt, warum sollte es bei unseren Tieren nicht die gleiche Art von Schmerzen geben?
So wie auch beim Menschen die Art und Ausprägung der Kopfschmerzen sehr vielfältig sein kann, so gibt es auch verschiedene Kopfschmerzen bei Hunden und Katzen (und übrigens auch bei Pferden, aber das ist ein eigenes Thema, zu dem ich demnächst noch etwas schreiben möchte).
Bevor ich auf die verschiedenen Ursachen von Kopfschmerzen eingehen möchte, will ich zuerst ein paar Symptome aufzählen, die auf Kopfschmerzen bei Hund oder Katze hindeuten können:

  • Übelkeit, Erbrechen ohne ersichtliche Gründe
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Zukneifen und Tränen der Augen (klare Flüssigkeit)
  • Kopfschiefhaltung und Nackensteife
  • Stirn/Kopf irgendwo anlehnen (Druck auf die Stirn bessert oft die Schmerzen)
  • Kratzen und Reiben am Hals und Ohrenregion (ohne dass ein Ohrenentzündung vorliegt)
  • Fellverlust im Kopf- und Nackenbereich
  • Zurückziehen in dunkle und kühle Ecken
  • Häufiges Separieren vom Menschen und Artgenossen
  • Lahmheiten, die aus muskulären Verspannungen im Hals- und Schulterbereich resultieren

Was können nun die Ursachen sein?

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass wie beim Menschen auch der häufigste Grund Verspannungen, Blockaden und Veränderungen der Wirbel im Halsbereich sind. Bei Hunden ist ein „Übeltäter“ für solche Verspannungen oft das Halsband bzw. das „Rucken“ an diesem. Der Hund spannt als Gegendruck zum Druck auf das Halsband seine gesamte Nackenmuskulatur an und dies kann zu Verspannungen und Wirbelblockaden führen. Andere Gründe für solche Verspannungen können aber auch zb intensiver Hundesport oder Zerrspiele sein. Da im Nackenbereich die Nerven inserieren, die zum Kopf bzw Gehirn führen, werden diese durch die verspannte Muskulatur gereizt und verursachen so Kopfschmerzen. Deswegen sollten grade sehr aktive Hunde oder solche die noch nicht gut leinenführig sind, regelmäßig einem Physiotherapeuten vorgestellt werden. Bei Katzen ist der Verspannungskopfschmerz durch Blockaden in der Halswirbelsäule eher traumatisch bedingt, dass heißt, diese entstehen häufig durch Sprünge aus großer Höhe, im wilden Spiel, auf der Flucht vor einem Hund usw.
Ein weiterer Grund für Kopfschmerzen, der auch aus dem Humanbereich bekannt ist sicherlich Stress. Stress sorgt für Anspannung und das sprichwörtliche „Zähne zusammenbeißen“, was man ohne Probleme auch auf unsere Tiere übertragen kann. Wenn ein Hund oder eine Katze nicht artgerecht gehalten oder ausgelastet werden, verursacht das sicherlich auch Stress und in der Folge Kopfschmerzen.

Apropos Zähne…. Zahnschmerzen können ähnliche Symptome verursachen
Eine weitere mittlerweile nicht mehr seltene Ursache ist Bluthochdruck. Viele grade ältere Tiere müssen Medikamente nehmen, was auch je nach Erkrankung richtig und notwendig ist, aber einige Medikamente haben den Anstieg des Blutdrucks zur Folge. Deswegen ist es meiner Meinung nach enorm wichtig, durch regelmäßige Kontrollen zu schauen, ob eine Medikamentendosis noch notwendig ist oder vielleicht auch reduziert oder generell angepasst werden sollte.
Etwas seltener, aber trotzdem erwähnenswert, grade bei Katzen, ist ein Flüssigkeitsmangel als Ursache für Kopfschmerzen. Es ist natürlich selbstverständlich, dass immer frisches Wasser für unsere Tiere bereit stehen soll, aber manchmal „vergessen“ auch Tiere zu trinken. Grade Katzen als ehemalige Steppenbewohner trinken sowieso sehr wenig und wenn sie durch ihre Nahrung (Trockenfutter zb) zu wenig Flüssigkeit aufnehmen, können sie in eine Mangelversorgung kommen und das kann sich ua durch heftige Kopfschmerzen äußern. Bei einigen Erkrankungen wie zB. Epilepsie und Schilddrüsenproblemen kann es begleitend auch zu Kopfschmerzen kommen.
Es gibt natürlich noch einige individuelle Gründe, warum ein Tier an Kopfschmerzen leiden kann, aber in jedem Fall besteht dann Handlungsbedarf.
Dabei beobachte ich immer wieder, dass die gängigen Schmerzmittel (Meloxicam und Novalgin zb) grade bei solchen spezifischen Schmerzen wie Kopfweh nicht gut wirken, abgesehen davon, dass dadurch keine Wirbelblockaden gelöst werden.
Deswegen ist es sinnvoll, grade wenn sich ein Tier irgendwie „komisch“ verhält, auch an Kopfschmerzen als Ursache zu denken. Eine physiotherapeutische Behandlung kann die Ursachen in der Regel schnell beseitigen, bei anhaltenden Symptomen muss natürlich an den Tierarzt überwiesen werden!
Wie immer darf der Beitrag gerne geteilt werden und bei Fragen schreibt mich einfach an

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