Herpes

Herpes

Herpes

Ich werde zur Zeit oft gefragt, ob man, angesichts einiger Herpes Ausbrüche in Deutschland, irgendwas „Vorbeugendes“ tun kann, um sein Pferd zu schützen.
Dazu erst mal ein paar Fakten zu Equinen Herpesviren:

  • Es gibt bisher 5 bekannte Virenstämme, EHV1 – EHV5, wobei jeder Virusstamm andere Symptome verursachen kann.
  • Die beiden bedeutendsten Formen sind EHV1, das bei tragenden Stuten zum Abort führen kann und häufig mit neurologischen Störungen einhergeht (Paralysen, „Schlaganfall beim Pferd“) und das EHV4, welches überwiegend respiratorische Erkrankungen auslöst.
  • Die Viren besitzen eine Lipidhülle, welche empfindlich gegenüber Reinigungsmitteln ist, das heißt, durch (Hände-)Waschen werden die Viren inaktiviert.
  • In Zellkulturen wurde festgestellt, dass das Virus bei 20-40°C mehrere Tage vermehrungsfähig bleibt.
  • Die Viren haben die Fähigkeit, durch Anpassungsmechanismen dem Immunsystem eines Pferdes lange verborgen zu bleiben, so dass zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit lange Zeit vergehen kann. Auslöser des Ausbruchs sind oft Stressfaktoren, die das Immunsystem zusätzlich belasten.
  • Übertragen werden die Viren hauptsächlich über Tröpfcheninfektion, das heißt durch den Nasen- oder Augenausfluss erkrankter Tiere.

Mit Herpes infizierte Pferde bleiben ein Leben lang Träger.
Was man also sagen kann ist, dass ein Ausbruch einer Herpesinfektion wahrscheinlicher ist, wenn ein Tier schon geschwächt ist oder sich das Immunsystem schon mit anderen pathogenen Faktoren „auseinandersetzen“ muss.
Deswegen ist die Stärkung des Immunsystems und die Minimierung von stressauslösenden Faktoren immer eine gute Maßnahme.

Wie kann man das Immunsystem stärken?

Wichtige Abwehrfunktion hat einerseits die Haut und andererseits der Magen-Darm Trakt. Ausgewogenes Futter und einen ausreichenden Anteil an Mineralien und Spurenelementen sorgt für eine gesunde Darmflora. Grade das Element Zink spielt hierbei eine wichtige Rolle: Es wird sowohl für den Bau von Abwehrzellen (T-Lymphozyten) als auch für eine funktionierende Schleimhaut- und Hautbarriere benötigt.
Zusätzlich kann man die Abwehr durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C stärken, was zb in Hagebutten oder auch Cranberries enthalten ist.
Eine gesteigerte Abwehr speziell gegenüber Viren kann man durch die Gabe von Schüssler Salzen und homöopathischen Komplexmitteln erreichen.
Zudem sollten Stresssituationen vermieden werden.

Viel Kontakt mit anderen Pferden, das Reisen in andere Ställe oder das Verladen zum Training ist im Moment durch Corona ja sowieso nur bedingt möglich, sollte aber auch vermieden werden.
Verantwortungesbewusste Tierärzte, Therapeuten, Hufschmiede und co achten darauf, sich und ihr Equipment zu reinigen und zu desinfizieren, bevor sie in den nächsten Stall fahren.
Als Besitzer sollte man sein Pferd genau beobachten und bei Anzeichen von Fressunlust, Apathie oder Fieber den Tierarzt kontaktieren. Ebenso sollte mit dem Tierarzt angesprochen werden, ob eine Impfung gegen EHV gemacht werden sollte.
In diesem Sinne, bleibt ihr und eure Pferde gesund

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