Zahngesundheit beim Hund

Zahngesundheit beim Hund

Zahngesundheit beim Hund

Heute möchte ich auf ein Thema eingehen, was mir sehr am Herzen liegt – die Zahngesundheit. Das mag zwar auf den ersten Blick mit meiner therapeutischen Arbeit nicht viel zu tun haben, hat es aber doch, vor allem in Bezug auf meine Tätigkeit als Ernährungstherapeutin. Die Sensibilität zum Thema „Hundezähne“ hat zwar in den letzten Jahren zugenommen, aber die Auswirkungen schlechter Zähne und entzündetem Zahnfleisch auf den ganzen Organismus werden häufig unterschätzt.

Der kritische Blick auf die Zähne sollte schon im Welpenalter beginnen. Ab ca. der 18. Lebenswoche beginnen die Junghunde mit dem Zahnwechsel. Im Normalfall verläuft dieser unauffällig, aber grade bei den „kurzköpfigen“ Rassen wie Mops, Bulldoggen, Chihuahuas usw. sind schon in dieser Zeit Zahnfehlstellungen – durch die verkürzte Form des Kiefers – und „persistierende“ Milchzähne zu beobachten. Dabei wächst der bleibende Eckzahn am Milchzahn vorbei, ohne dass der Milchzahn vorher ausfällt. Da das zu Problemen im Kiefer führen kann, gilt es, dieses rechtzeitig tierärztlich abklären zu lassen.
Die bleibenden Zähne müssen wiederum ein ganzes Hundeleben lang halten, also sollten sie auch dementsprechend viel Aufmerksamkeit erfahren.
Aufgebaut sind die Zähne aus Zahnkrone, Zahnhals und Zahnwurzel. Die Zahnkrone ist der über dem Zahnfleisch (Gingiva) hinausragende Teil, der Zahnhals bildet den Übergang zur Zahnwurzel und die Zahnwurzel ist die Verankerung des Zahnes im Zahnfleisch. Gebildet wird der Zahn hauptsächlich aus Dentin (Zahnbein). Im Bereich der Zahnkronen wird der Zahn zusätzlich mit Schmelz umgeben. Der Zahnschmelz an sich ist sehr hart, allerdings kann er bei Defekten vom Körper nicht nachgebildet werden, d.h. Zahnschäden bleiben ein Leben lang!
Die häufigsten „Zahnprobleme“ auf einem Blick sind:

  • Zahnstein: Entsteht durch Ausfällung von Mineralien aus dem Speichel in die Plaquebeläge (Ablagerungen am Zahn durch Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte). Es bildet sich eine gelbliche bis dunkle Schicht auf den Zähnen.
  • Paradontitis: Entzündung des den Zahn umgebenden Gewebes durch Bakterien als Folge von Zahnstein, die dazu führt, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht und den Zahnhals frei gibt. Der ganze Halteapparat des Zahnes lockert sich und Zähne können ausfallen.
  • Gingivitis: Zahnfleischentzündung mit rötlicher Verfärbung der Gingiva, geht oft einher mit Parodontitis.

Begünstigt werden Zahnprobleme auch durch mechanische Einwirkungen auf das Hundegebiss wie die Abrasion der Schneide- und Eckzähne durch z.B. Tennisbälle, Frisbees und Steine. Häufiges „Rumkauen“ auf solchen Gegenständen kann dazu führen, dass die Zähne regelrecht zu Stummeln abgewetzt werden. Nicht so selten sind auch Zahnfrakturen, d.h. Stücke eines Zahns brechen ab, häufig durch Kauen auf sehr harten Gegenständen wie Geweihstücken oder Knochen.
Ein gesundes Gebiss hängt natürlich von mehreren Faktoren ab: Rasse, genetische Faktoren, Aufzucht, Fütterung, Zahnstellung…aber unbestritten ist auch, dass Zähne putzen die Zahngesundheit in jedem Fall verbessert. Wenn der Zahnstein aber schon Überhand genommen hat und es zu Entzündungen gekommen ist, sollte eine Zahnsanierung vorgenommen werden, egal welches Alter der Hund hat. Zwar wird bei einer professionellen Zahnreinigung immer eine (leichte) Narkose benötigt, aber da die Alternative Schmerzen und ein ständiges Auseinandersetzen des Körpers mit Entzündung und Bakterien ist, liegen die Vorteile auf der Hand. In der TCM werden die Zähne dem Funktionskreis Niere zugeordnet und die Niere ist es auch, die unter dem permanenten Entzündungsstatus oft am meisten geschädigt wird ( viele Tiere mit Niereninsuffizienz haben auch schlechte Zähne). Außerdem ist in der Humanmedizin nachgewiesen, dass permanent entzündete Zähne negative Folgen für Herz und Herzklappen haben.
Und so schließt sich der Kreis zu meiner Arbeit: ein Hund mit Zahnschmerzen leidet oft auch an Verspannungen von Kopf- und Nackenmuskulatur, die Organe und der Stoffwechsel sind überlastet und der Hund kann schlecht fressen und immer dünner werden. Deswegen ist es umso wichtiger als (Ernährungs-)Therapeut, sich den Hund im Ganzen anzusehen und zu hinterfragen, warum er dieses oder jenes Problem hat, vielleicht stecken manchmal auch de Zähne dahinter. Ernährungstechnisch kann man übrigens auch einiges für ein gutes Gebiss tun!
Und der nächste Beitrag widmet sich der Zahngesundheit beim Pferd

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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