„Ischias“ beim Pferd

„Ischias“ beim Pferd

„Ischias“ beim Pferd

Was beim Menschen für Probleme sorgen kann, ist auch beim Pferd leider nicht so selten: Irritationen des Ischias Nervs (Nervus ischiadicus)
Dieses Nervengeflecht entspringt dem Spinalkanal im Bereich hintere Lendenwirbelsäule, Kreuzbein, vordere Schwanzwirbelsäule und zieht über die gesamte Hintergliedmaße bis zum Huf. Dabei innerviert er verschiedene Muskeln und Gewebe, aber auch Organe wie Darm, Blase und Geschlechtsapparat.
Da der Ischiasnerv als Spinalnerv an der Wirbelsäule austritt, kann er durch Blockaden und Verspannungen in diesem Bereich (vor allem ISG Blockaden und Blockaden der Lendenwirbelsäule) komprimiert bzw gereizt werden. Ein gereizter Nerv wiederum bedeutet, dass Irritationen wie Schmerz, Missempfindungen, Überempfindlichkeiten oder Taubheitsgefühle im gesamten Verlauf dieses Nerves entstehen können. Zudem können die innervierten Organe „übererregt“ werden.
Mögliche Symptome einer Ischialgie können sein:

  • Schmerzen und Schonhaltung in der Hintergliedmaße und im hinteren Rückenbereich
  • Häufiges Stolpern in der Hintergliedmaße
  • Schleifen der Zehen
  • Beim Reiten: Wegknicken, Instabilität der Hinterhand, Probleme beim Galopp
  • Stampfen der Hinterbeine durch Missempfindungen wie Kribbeln, Überempfindlichkeit und Juckreiz
  • Kalte Hinterbein und/oder Hufe, Durchblutungsstörungen
  • Gestörte Proprizeption und schlechtes Gleichgewicht zb beim Hufe auskratzen
  • Dauerrosse oder Kotwasser durch die Innervation von Geschlechtsorganen und Darm

Manchmal lassen sich betroffene Pferde auch nicht gerne anfassen im Kruppen- und Rückenbereich, aber das muss nicht zwangsläufig so sein. Wichtig ist aber: Je länger der Nerv komprimiert wird, das heißt je länger die Reizung anhält, desto mehr machen sich die Folgen bemerkbar.
In jedem Fall sollte die Ursache behoben werden, was nur durch eine qualifizierte therapeutische Behandlung der Wirbelsäule möglich ist. Als Therapeut sollte man deswegen unbedingt ein tiefgreifendes Verständnis der anatomischen und biomechanischen Vorgänge haben, damit man entsprechende Ursachen finden und beheben kann.
(Das Bild zeigt eine schematische Darstellung des N. ischiadicus ©Tierphysiotherapie move)

 

 

 

 

 

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